Drei (und mehr) Gründe warum ich Vipassana empfehle

Überlegst du auf Vipassana Meditation zu fahren? Gehörst du zu den Menschen, die noch zaudern? Oder möchtest du einfach wissen, warum weltweit über 10.000 Menschen pro Jahr freiwillig ;) für 9 oder mehr Tage meditieren und schweigen fahren?

 

(Wenn du dich fragst, was Vipassana ist, dann kannst du es hier nachlesen.)

 

Hier kommen drei Gründe, warum ich Menschen, die in ihrem Leben etwas verändern möchten, Vipassana empfehle:

  1. Du hast Eckhart Tolle gelesen und warst fasziniert und empört gleichzeitig?

Denn das von ihm Beschriebene ist im Alltag extrem schwer umzusetzen? Die Kraft der Gegenwart – hier im Vipassana-Kurs erlernst du Schritt für Schritt das Leben im Hier und Jetzt. Und das unter sehr guter Anleitung, zwischen  warmherzigen und interessanten jungen und älteren Menschen - und bei bester Versorgung.

 

     2.  Du liebst es dir Zeit für dich zu nehmen?

Morgens zu meditieren oder Yoga zu machen? Dich um dich selbst zu kümmern? Hier hast du 10 volle Tage Zeit dafür. Was für ein Luxus.

 

    3.  Du lernst, mit dir selbst klar zu kommen

Natürlich kannst du deine Emotionen, Ängste etc., die sich auch auf körperlicher Ebene zeigen, auf andere Art und Weise abarbeiten und loswerden.

Manche gehen zu Auraheilern, andere gönnen sich Thai-Massage oder gleich ein ganzes Retreat, wieder andere lassen sich von Osteopathen helfen, nutzen Feldenkrais, Shiatsu, Coaching, Psychotherapie, Hypnose... Deiner Heilung sind keine Grenzen gesetzt. 

Alles was dir hilft, hat seine Berechtigung. (Ich habe fest gestellt, dass ich den tiefgreifendsten Fortschritt mache, wenn ich Körper UND Geist heile. Und ehrlich gesagt bin ich total scharf darauf, auch mal so ein Massage-Retreat in Thailand mitzumachen und zu sehen, wie schön der Körper relaxen kann und wie sanft ich mich von Altem befreien kann. Und wie sich die Kombi von Meditation UND Hilfe von außen auf mich auswirkt.)

 

Vipassana bringt dir aber einen großen Vorteil, den dir alle anderen Techniken nicht bieten können: Unabhängigkeit. Denn du lernst, mit aufkommenden Emotionen unmittelbar umzugehen. Und damit bist du nicht mehr (ganz so stark) abhängig davon, dass dich andere heilen.Geschweige den retten.

 

Das heißt, wenn du einmal Vipassana geschnuppert hast, dann geht plötzlich eine große Selbstverantwortung mit ein. Weil du erfahren hast, dass du, nur du einzig und allein, dich um dich selbst kümmern kannst.

 

Ich habe zum ersten mal von Vipassana erfahren, als ich noch in die Schule ging. Ich habe über 13 Jahre gebraucht, um mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich da irgendwann selbst sitzen werde. Über 13 Jahre bis ich endlich den Entschluss fasste, diesem 10 Tages Kurs eine Chance zu geben. Und ich glaube, ein Grund, warum ich so lange brauchte, ist tatsächlich Punkt drei: Wenn man seinen eigenen Wachstum ernst nimmt, kommst du um das tägliche Praktizieren der Vipassana Technik (und die beinhaltet Übernahme von Selbstverantwortung) nicht mehr drum rum.

 

Puuuh.

 

Aber, wer mich kennt weiß, dass ich meine Schülerinnen und Schüler gerne positiv entlasse -- und gerne viel rede ; )

Und deswegen folgen hier alle weiteren Gründe, warum ich Vipassana empfehle. Mehr oder weniger geordnet nach meiner persönlichen Wichtigkeit ; )

 

3. Das Essen schmeckt fantastisch.

 

4. Du lernst, was Achtsamkeit bedeutet. Und wie sie wirklich funktioniert.

 

5. Die Vipassana Kurse finanzieren sich ausschließlich über Spenden (finanzielle, materielle, zeitliche Ressourcen). Es verdient niemand - noch nicht einmal die Lehrer oder Organisatoren - an den Kursen.

 

6. Dein Geist wird schärfer. Dadurch kann dein kreatives Potential rausbrechen. Und eventuell findest du Lösungen für Probleme, die dir bisher unlösbar erschienen. (Ich habe mich zwei Jahre mit einer riesigen Herausforderung herumgeschlagen. Am vierten Tag des Vipassana Kurses platzte endlich, endlich, endlich, der Knoten. Einen Teil davon liest du gerade jetzt.)

 

7. Du kannst es dir sicher vorstellen: Ich bin Lehrerin. Und damit überkritisch, was Unterricht und Lehrmethoden angeht. Auch und vor allem denen von fremden Menschen. Den didaktischen Aufbau des Lernprozesses, die Einfachheit des Gelernten und das Verhalten der Lehrer fand ich phänomenal.

 

8. Du stehst nicht auf Guru-Kult? Die Lehrer verhalten sich so, dass eine möglicherweise aufkeimende Anhimmlung sofort im Keim erstickt. Finde ich klasse. 

 

9.  Du bist kein religiöser oder spiritueller Mensch? Prima. Beim Vipassana werden weder (religiöse) Rituale noch sonst irgendwelche Gottesanbetungen praktiziert. Es geht den Vipassana Lehrern um die reine Lehre einer einfach zu erlernenden, aber im Alltag oft schwer umzusetzenden Technik.

 

10.   Du erhältst kostenlos eine unterhaltsame (!!!!) Einführung in Buddhas Lehren. Und lernst gleichzeitig noch viele schöne Geschichten aus Indien kennen (das führte bei mir zu einem Bedauern darüber, wie wenig inspirierende und mich berührende Geschichten/Märchen ich eigentlich erzählen kann).

 

11.  Alle Teilnehmende, mit denen ich am 0. bzw. ab dem 10. Tag sprach, waren wunderschöne Menschen. Liebevoll, neugierig, achtsam, mutig, mit Ideen und Witz. Ich hätte weinen können vor Dankbarkeit, dass ich ein Teil dieser schönen Gruppe sein durfte.

 

12.  Du bist in der Natur.

 

13.   Du darfst so sein, wie du bist. Wenn du nach der Meditation in einem Prozess drin hängst und keinem Menschen begegnen möchtest, dann senkst du den Blick einfach noch ein bisschen mehr. Und darfst so lange zurückgezogen leben, wie es dir lieb ist. Du musst nicht die Starke spielen, den Kopf heben und so tun, als sei alles in Ordnung. Du musst niemanden Rede-und-Antwort stehen oder Gespräche führen, die das überspielen, was wirklich bei dir los ist. Du darfst einfach so seien, wie du bist. Für mich war das eine totale Befreiung.

 

14.   Du bist nicht verantwortlich für die anderen! Du brauchst sie nicht zu beachten, nicht einmal zu ignorieren. Sie dürfen einfach in ihrem Prozess sein. Und du in deinem.

 

15.   Es wird sich immer um dich gekümmert. Immer. Die Kursbetreuerin und der Kursbetreuer sind jederzeit – auch Nachts – ansprechbar. Wie viele Menschen kennst du, die dir das gleiche ernst gemeint für einen Zeitraum von 10 Tagen anbieten?

 

16.  Das Leben wird so einfach!

Wie viele Entscheidungen triffst du am Tag?

Ich treffe unzählige. Ein Auszug aus meinem Tag?

Gerne: Was ziehe ich an? Wann gehe ich außer Haus? Welchen Zug buche ich? Wann wasche ich meine Wäsche? Wann rufe ich wen an? Welche Aufgabe hat Prioriät? Wie verhalte ich mich xy gegenbüber? Treffe ich mich heute mit meiner Freundin oder besser morgen? Beantworte ich die Mail jetzt oder später? Wann gehe ich wo einkaufen gehe und - vor allem - WAS? Kaufe ich mir jetzt den teureren xy oder reicht auch die billige Version? Nehme ich jetzt Pommes oder Reis? Und: wann stehe ich am nächsten Tag auf damit ich pünktlich beim nächsten Einsatzort bin?

Beim Vipassana-Kurs sind die größten Entscheidungen des Tages: Welche Yogahose ziehe ich heute an? Und: wann gehe ich eigentlich duschen?

Das ist alles.

Ist das nicht herrlich?

 

(17. Vipassana kann bei psychosomatischen Krankheiten helfen. - Dieser Punkt steht in Klammern!!! Denn ich kann dir nicht versprechen, dass Vipassana dich heilt. Ich kann bei diesem Punkt noch nicht einmal von eigenen Erfahrungen berichten. Aber ich habe mit Menschen gesprochen, deren Leiden (z.B. Migräne, Reizdarm und cholerische Wutanfälle) deutlich gelindert wurden.)

Die Quintessenz, die ich daraus ziehe, ist jedoch Folgende: Wenn bei anderen so schwer wiegende, ihr Leben stark beeinträchtigende Leiden gemildert wurden, was ist dann bei mir möglich? 

 

Und jetzt noch ein wenig Kritik

 

Nobody is perfect!

Auch die Vipassana-Meditation (bzw. die Lehrer dahinter) nicht. ;)

  1. Was ich nicht ganz verstehe: die strikte Trennung der Geschlechter. (Wobei ich es mir dadurch erklären kann, dass gegengeschlechtliche Paare keine Chance erhalten, in körperlichen Kontakt miteinander zu treten. Um sich nicht vom eigenen Prozess abzulenken. Nur, wie achtet man dann darauf bei gleichgeschlechtlichen Paaren?)
  2. Bei uns sprach nur der männliche Lehrer vor der gesamten Gruppe. Die Lehrerin sprach nur vor den Frauen. Die Erklärung ist wohl (und korrigiert mich, wenn ich falsch liege), dass es in Indien eben üblich sei, dass die Männer sprächen. Das ist nicht dhammadas sind einfach alte und überholte Vorstellungen!!!

Aber: annica, annica ; ) auch das wird vorübergehen ; )

 

Ich wette, das in ein paar Jahren die Lehrerinnen genauso gleichberechtigt die Kurse anleiten werden, wie die Lehrer.

 

Ein Anfang wäre natürlich schon mal, die etwas gleichförmige deutsche Übersetzung neu aufzunehmen. Mit einer Frau, die mit genau so viel Witz, Nachdruck und der Kunst zu erzählen besticht, wie S. N. Goenka. 

 

Jetzt möchte ich von dir wissen: Was bewegte dich beim Lesen des Artikels? 

Warst du schon auf Vipassana-Meditation - und wenn ja wo - und noch viel wichtiger: wie hast du die Zeit dort empfunden?

 

Ich freue mich, wenn du unten einen Kommentar hinterlässt. Und hoffe, dass hier eine kleine Sammlung entsteht. Damit Interessierte und Neugierige eine Entscheidung treffen können, die sich für sie richtig anfühlt.

 

Liebe Grüße

 

Joana

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Anja | Follow your Joy (Sonntag, 03 April 2016 15:40)

    Kommst Du dann nächstes Jahr mit nach Thailand? ;)

    Danke, dass Du die ganzen benefits mit uns teilst, und wie schön, dass Dein erstes Retreat so toll war! Hört sich so an, als sei es nicht Dein letztes gewesen :)

  • #2

    Joana Poloschek I Embodying your self! (Sonntag, 03 April 2016 17:03)

    Au ja, wir zwei in Thailand!

    Jetzt wo ich erfahren habe, dass man für die 20-Tage noch viel mehr tun muss, als sich bloß anzumelden, hab ich nächstes Jahr zu Ostern auch wieder Zeit ;)

  • #3

    Landon Drewes (Mittwoch, 01 Februar 2017 17:42)


    Hello there! I know this is kind of off topic but I was wondering if you knew where I could locate a captcha plugin for my comment form? I'm using the same blog platform as yours and I'm having problems finding one? Thanks a lot!